Neue Köhlbrandbrücke Hamburg
GRASSL erhält den Zuschlag für die Planung
Die Zukunft der Köhlbrandquerung ist entschieden: Die Ingenieurgemeinschaft IG-KBB, bestehend aus GRASSL, schlaich bergermann partner, WTM Engineers, gmp Architekten sowie PPL, wurde mit der Planung der neuen Köhlbrandbrücke in Hamburg beauftragt. Im europaweiten wettbewerblichen Vergabeverfahren überzeugten wir als Team mit einem Entwurf, der gestalterische Qualität, technische Innovation und Wirtschaftlichkeit auf besondere Weise miteinander verbindet.
Ein Schlüsselprojekt für den Hamburger Hafen
Die neue Köhlbrandbrücke zählt zu den bedeutendsten Infrastrukturprojekten Deutschlands. Sie ersetzt die bestehende Brücke aus dem Jahr 1974 und wird künftig einen zentralen Bestandteil der B3 Haupthafenroute bilden. Als wichtige Verbindung über den Köhlbrand, einen zentralen Mündungsarm der Elbe im Hamburger Hafen, sichert sie langfristig die Leistungsfähigkeit einer der wichtigsten Hafenstandorte Europas. Mit ihrer neuen Lage und ihren beeindruckenden Dimensionen rückt die Brücke näher an die Stadt und ihre Menschen. Gleichzeitig wird sie erneut zu einem prägenden Element der Hamburger Skyline.
Die Vergabe der Planung durch die Hamburg Port Authority setzt ein klares Zeichen für die Zukunftsfähigkeit des Hamburger Hafens und eine leistungsfähige Mobilitätsinfrastruktur. Die Umsetzung übernimmt die ReGe Hamburg gemeinsam mit der Ingenieurgemeinschaft IG-KBB.
Drei Bauwerke – ein durchgängiges Konzept
Die Neue Köhlbrandbrücke besteht aus drei Teilbauwerken: der Strombrücke sowie den Rampen West und Ost. Während die Strombrücke als Schrägseilbrücke in Verbundbauweise ausgeführt wird, kommen bei den Rampen wirtschaftliche und langlebige Spannbeton-Balkenbrücken zum Einsatz. Die unterschiedlichen Bauwerksarten erfüllen jeweils spezifische funktionale Anforderungen und folgen dennoch einer gemeinsamen gestalterischen und konstruktiven Idee. Übergeordnetes Leitbild ist dabei eine durchgängige, gleichbleibende Erscheinung, die die Bauwerke als Einheit zusammenfasst und ihre Zusammengehörigkeit betont.
Lob für Gestaltung, Konstruktion und Wirtschaftlichkeit
Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor, Freie und Hansestadt Hamburg: „Der Entwurf überzeugt durch seine klare und elegante Form und eine konsequent durchdachte Konstruktion. Er nimmt die ikonische Gestalt der bestehenden Brücke auf und entwickelt sie sensibel weiter. So entsteht ein Bauwerk, das sich gleichermaßen funktional wie städtebaulich überzeugend in das Hafenbild einfügt. Die neue Köhlbrandbrücke wird wieder ein Hamburger Wahrzeichen werden!“
Moderne Ingenieurkunst für die Hamburger Skyline
Im Vergleich zur bestehenden Köhlbrandbrücke verfolgt der Neubau einen stärker skalierten und zugleich filigranen Ansatz. Die Hauptspannweite von 400 Metern und die Durchfahrtshöhe von rund 73 Metern gewährleisten die Anforderungen des modernen Schiffsverkehrs auch in Zukunft. Besonders prägend sind die schlanken Rampenstützen, die sich wie eine feine Struktur in den Horizont einfügen. Der Brückenüberbau scheint über den Hafenkränen zu schweben und interpretiert die charakteristische Silhouette des Hamburger Hafens auf moderne Weise neu. Die neue Köhlbrandquerung wird die bestehende rund 3,6 Kilometer lange Verbindung ersetzen, über die heute täglich etwa 31.000 Fahrzeuge verkehren.
Nachhaltigkeit und Hafenbetrieb im Fokus
Neben der gestalterischen und technischen Qualität standen bei der Planung insbesondere Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und eine wartungsarme Konstruktion im Vordergrund. Gleichzeitig wurde großer Wert daraufgelegt, die Beeinträchtigungen des Hafenbetriebs während der Bauphase möglichst gering zu halten. Gerade an einem Standort wie dem Hamburger Hafen sind effiziente Bauabläufe und eine hohe Verfügbarkeit der Infrastruktur von entscheidender Bedeutung. Der Entwurf zeigt, wie sich diese Anforderungen mit anspruchsvoller Ingenieurarchitektur verbinden lassen.
Die neue Brücke wird nicht nur eine zentrale Verkehrsverbindung sichern, sondern auch ein sichtbares Zeichen für die Innovationskraft des Ingenieurbaus setzen.