Freitag, 12. November 2021

AIV Bauwerk des Jahres 2019

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Nachgeholte Preisverleihung für den HWS Niederhafen

Foto © Piet Niemann

Vor einem Jahr angekündigt - gestern Abend war es dann endlich soweit. Auf dem Parkdeck des Parkhauses Neue Gröninger Straße 12 wurden gestern die Preisträger zum "Bauwerk des Jahres 2019" und "Bauwerk des Jahres 2020" geehrt. Unser Kollege Matthias Gebauer nahm den Preis für unser Bauwerk, die Hochwasserschutzanlage Niederhafen, entgegen. Die Riverpromenade ist eines der Bauwerke, welche letztes Jahr zum "Bauwerk des Jahres 2019" gekürt wurden - die Preisverleihung musste allerdings auf dieses Jahr verschoben werden.

In der Jurybegründung heißt es:

"Hamburg hat sich etwas Besonderes geleistet: eine hoch attraktive Promenade mit einer Länge von 625 m am Hafen, gleichzeitig eine Parkpalette und gewerblich nutzbare Räume und vor allem eine Hochwasserschutzwand, die ihresgleichen sucht.

Dieses Bauwerk ist ein Meisterstück der Architektur und der Ingenieurbaukunst.

Die Komplexität der zu berücksichtigenden Zwänge und Bindungen, wie zahlreiche quer laufende Leitungen, Düker, Bunker, Baumwall-Sperrwerk, Alster, die Pfahlgründung etc. des im kritischen Randbereich der Elbe errichteten Bauwerkes war extrem hoch. Dies alles ist in Gestalt einer großzügigen, spielerisch leichten und bewegten Architektur mit sensationellen Ausblicken, die das Hafenpanorama bietet, gefasst.

Zaha Hadids Entwurf ist eine Barriere ohne Barrierecharakter. Die fließend eingezogenen Treppenanlagen verbinden ganz natürlich die Straßenseite am Baumwall mit der breiten Promenade und die Schutzmauer auf der Wasserseite mit den Pontons. Das Wechselspiel der Treppen, der geneigten Flächen und Ebenen mutet auf der Wasserseite wie Zuschauertribünen mit Aussicht auf das Hafenpanorama, an. Durch die von der Natur inspirierte Formensprache, wie sie sich auch im Restaurantgebäude am Baumwall konsequent fortsetzt, ist hier ein besonderer Ort entstanden, maßstäblich für das städtische Umfeld und mit hoher Aufenthaltsqualität.

Die funktionalen, fein ausgearbeiteten Details ordnen sich einer Gesamtform des Bauwerkes unter. Diese sind individuell geformte Komponenten einer einheitlichen Formensprache, welche von den Ingenieuren in guter Weise umgesetzt wurden.

Und hierin liegt etwas Besonderes und das Verdienst der Bauherrin, der Freien und Hansestadt Hamburg, die in einer Zeit der überbewerteten rechten Winkel etwas Neues, sehr Altes, im Dienste der Funktion möglich gemacht hat: die Freie Form.

Ein Bauwerk des Jahres 2019, wie es viel zu selten ist."

Wir bedanken uns beim AIV für diese Auszeichnung, die wir schon für einige unserer Bauwerke entgegennehmen durften!

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